
Das
uneingelöste Versprechen
Stadt zwischen
urbanem Gedächtnis und Aktualisierungsanspruch
Mai - Oktober 2009
Ein
Projekt von MAP Markus Ambach Projekte
im Rahmen von COLLABORATION/ ADKV
Kooperationspartner:
Künstlerverein Malkasten
Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen
Konzeption
Konferenz
Stadtführung
Workshop
Public
Stage
Das
uneingelöste Versprechen
Stadt zwischen
urbanem Gedächtnis und Aktualisierungsanspruch
Das
Projekt "Das uneingelöste Versprechen" reflektiert auf unterschiedlichen
Ebenen die Stadt zwischen Aktualisierungsanspruch und aktivem urbanen Gedächtnis.
Entlang der aktuellen Stadtentwicklungsvorhaben in Düsseldorf rund um den Jan-Wellem-Platz
und das Ensemble Tausendfüssler, Dreischeibenhaus und Schauspielhaus werden nicht
nur politische und wirtschaftliche Entscheidungsprozesse untersucht, veranschaulicht
und öffentlich diskutiert. Es wird speziell auch der Frage nachgegangen, wie sich
Stadt als heterogene Größe unter den Bedingungen beschleunigter Aktualisierungsintervalle
in Stadtplanung und Architektur formuliert. Wie entwickelt sie sich als sichtbare
Repräsentanz einer heterogenen Stadtgesellschaft? In welchem Ausmaß bedingen ökonomische
Faktoren Tendenzen der Homogenisierung im Bild der Stadt? Wie kann die Stadt entgegen
den klassischen Historisierungsintervallen auch kurzfristig auf bedeutsame Entwicklungen
reagieren? Wie kann sich Stadt als historischer Kontext und große Erzählung zwischen
selektivem Gedächtnis und aktivem Vergessen im Dialog mit dem aktuell Vorstellbaren
jeweils neu generieren?
PROGRAMM In den Monaten Mai bis September wird
diesen Fragen in unterschiedlichen Formaten mit unterschiedlichen Partnern an
unterschiedlichen Orten nachgegangen. Den Auftakt bildet eine Konferenz im Kunstverein
Düsseldorf gefolgt von Führungen, die die Stadt als verräumlichtes Gedächtnis
der Stadtgesellschaft verstehen: von der Düsseldorf prägendenden Architektur der
Gesolei und den 20er Jahren hin zu Entwürfen der 60er und 70er Jahre bis zu den
aktuell diskutierten Zukunftsperspektiven. In einem Workshop wird der Versuch
gemacht, mit Studenten der Kunst und Architektur visionäre Entwürfe "nach der
Ökonomischen Stadt" zu denken. Den Abschluss bildet eine öffentliche Plattform,
auf der die Stadtgesellschaft zusammenkommt, um ihre unterschiedlichen Perspektiven
auf Stadt, die sich im Falle von denen der Administration unterscheiden, zu diskutieren.
Programm
KONFERENZ
Samstag,
16. Mai 2009
Kunstverein Düsseldorf
Das
Uneingelöste Versprechen
Stadt zwischen urbanem
Gedächtnis und Aktualisierungsanspruch
MAP
Markus Ambach Projekte
in Kooperation mit dem Kunstverein Düsseldorf
FÜHRUNGEN
27.06.09
Nahezu
Gestern: Die Bauten der Gesolei und der 20er Jahre
11.07.09
Kurz
vor Heute: Vom Gründgensplatz ins Heerdter Dreieck
15.08.09
Vielleicht schon
Morgen: Köbogen & Co. aus 4 Perspektiven
Führungen
und Bustouren mit Markus Ambach und GastreferenInnen
Anmeldung unter kuenstlerverein2@malkasten.org
WORKSHOP
Rework, Recultivate, Reappropriate the City!
Workshop mit Yvonne P.
Doderer
09.07.09 - 12.07.09
Für StudentInnen der Kunst und Architektur
Künstlerverein
Malkasten
Voranmeldung erforderlich
PUBLIC
STAGE
Öffentliche Plattform im Düsseldorfer Stadtraum
im September 2009
Das uneingelöste
Versprechen
Stadt zwischen urbanem Gedächtnis und Aktualisierungsanspruch
Stadt generiert sich heute entlang wesentlich neuer Gestaltungsparameter. Der
Kontext stadtgesellschaftlicher Aushandlungsprozesse hat sich analog zur ökonomischen
wie auch gesellschaftspolitischen Entwicklung in der jüngsten Vergangenheit radikal
verändert. Die Konsensgesellschaft produziert öffentliche Diskussionen, Wettbewerbe
und partizipative Verfahren als Inszenierung des Demokratischen, wo früher die
Administration rigide über die Köpfe hinweg die Gestaltung öffentlicher Räume
entschied.
Analog verdichten sich städtische Aktualisierungsintervalle
und damit Gestaltungs- und Entscheidungsnotwendigkeiten, wobei die Halbwertzeit
der jeweiligen Entwürfe rapide sinkt. Während in der beschleunigten Fluktuation
städtischer Formen wirtschaftliche Interessen und die homogenisierte Stadt massiv
in den Vordergrund treten, verliert sich das Gespür für diese als heterogene Größe
und zeiträumlichem Körper, als aktivem und real formuliertem Gedächtnis gesellschaftlicher
Prozesse. Die Stadt als historischer Kontext und große Erzählung, aus deren uneingelösten
Versprechen sich ihre Zukunft im Dialog mit dem aktuell Vorstellbaren selbst generiert,
steht zur Disposition, wenn sie sich entlang rein wirtschaftlicher Interessen
als ökonomischer Megaautomat aktualisiert.
Unter den neuen Bedingungen
scheint Stadt als gesellschaftlicher Körper und verräumlichtes Gedächtnis der
Polis zur Disposition zu stehen, was akute Fragen aufwirft: Wie kann sich Stadt
als eine permanent neu ausgehandelte Größe zwischen selektivem Gedächtnis, aktivem
Vergessen, aktuellem Denken und zeitgemäßer Aktualisierung neu ausrichten? Wie
können Potentiale früherer Entwürfe mit Zukunftsperspektiven korrespondieren?
Welche Entscheidungsfindungsprozesse spiegeln die aktive Stadtgesellschaft, die
faktischen Einfluss auf die Gestaltung ihrer Räume hat, sie übernimmt und verantwortet
und welche sind reines Display von Potenzen und inszenierter Partizipation?
Anhand
der faktischen Düsseldorfer Situation um das Ensemble Dreischeibenhaus, Schauspielhaus
und Tausendfüssler* wird diesen Fragen nicht nur am lokalen Beispiel, sondern
als Perspektive für zu erwartende Stadtentwicklungsprozesse nachgegangen.
Markus
Ambach
*Das Ensemble der "Grossen Drei", Dreischeibenhaus, Schauspielhaus
und Tausendfüßler, gehören zur jüngsten, aber doch markantesten Manifestation
von Stadtplanung im Düsseldorf der Nachkriegszeit und bildet die historische Folie
für entscheidende Diskurse wie die der Nachkriegskunst, die von dieser Stadt wesentlich
ausgingen. So konzipiert sich Historie hier schon in der jüngsten Vergangenheit
und fordert damit einen Paradigmenwechsel im Bezug auf herkömmliche Historisierungsintervalle.
In Düsseldorf bietet sich die einmalige Möglichkeit, ein vermittelndes Programm
zwischen dem gerechtfertigten Aktualisierungsanspruch von Stadt und der notwendigen
Aufzeichnung von Stadt als heterogenem Zeit- Raum- Körper aufzulegen. Seit vielen
Jahren wird in Düsseldorf an einer Neukonzeption des Geländes zwischen Hofgarten,
Jan-Wellem-Platz, Schadowstraße und Gustav-Gründgens-Platz gearbeitet. Im Zuge
dieser Planungen wurde das Immobilienprojekt Kö-Bogen auf den Weg gebracht, das
auf dem Gelände des Jan-Wellem-Platzes, einem städtischen Grundstück, von einem
Großinvestor errichtet werden soll. Diese Planungen stehen im Zusammenhang mit
weiteren großen städtebaulichen Einschnitten, wie zum Beispiel dem Bau der Werhahn-Linie,
dem Abriss des sogenannten "Tausendfüsslers" und der Untertunnelung der Kreuzung
Schadowstr./Berliner Allee für die neue Straßenverkehrsführung an dieser Stelle.
Politisch wurde der Versuch unternommen, das Ensemble rhetorisch zu zergliedern
und über eine Problematisierung einzelner Fragmente (z.B. Problemzone Gustav-Gründgens-Platz,
ästhetische Diskussion des Tausendfüßlers) dem Ensemble seine Wertigkeit zu entziehen.
Der nun entschiedene Wettbewerb zur städtebaulichen Planung des Terrains unterstreicht
in der Ausschreibung ausdrücklich die Bedeutung des Ensembles Dreischeibenhaus/
Schauspielhaus. Am vorliegenden Entwurf kann diskutiert werden, ob dieses Ziel
formuliert und umgesetzt wurde.
Ein Projekt im Rahmen von



